© Helvetas / teksomolika on Freepik

Ukraine

Helvetas war schon vor der russischen Vollinvasion in der Ukraine präsent – und ist es weiterhin. Seit Beginn des Kriegs im Februar 2022 leistete Helvetas humanitäre Hilfe. Um darüber hinaus Perspektiven zu schaffen, haben wir unsere Arbeit mittlerweile langfristig angelegt.
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  • Hauptstadt
    Kyjiw
  • Fläche
    603'500 km²
  • UN-ENTWICKLUNGSINDEX*
    Platz 87 von 193
  • Einwohnerzahl
    37'732'836
  • Thematische Schwerpunkte
    Humanitäre Hilfe
    Grund- und Berufsbildung
    Partnerschaft & Stärkung von Kompetenzen
    Entwicklung von nachhaltigen Marktsystemen
    Landwirtschaft und Ernährung
    Wirtschaftliche Stärkung
* Quelle: UN Data

Der 24. Februar 2022 markiert den Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine, mit katastrophalen Folgen: Letztes Jahr benötigten schätzungsweise 12,7 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. Gemäss Hochrechnungen der Vereinten Nationen wurden mehr als 6,9 Millionen Menschen ins Ausland vertrieben, fast 4 Millionen sind Binnenvertriebene in der Ukraine. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht – die Not bleibt gross. Helvetas leistet humanitäre Hilfe und engagiert sich in der längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit.

Der Krieg hat auch verheerende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft: Infrastruktur wurde zerstört, der Arbeitsmarkt hat sich stark verändert, Wertschöpfungsketten wurden unterbrochen und lokale Wirtschaftssysteme geschwächt. Eine nachhaltige Erholung hängt nicht nur vom Wiederaufbau ab, sondern auch von Arbeitsplätzen, Qualifikationen sowie funktionierenden Märkten und Institutionen, trotz anhaltender Unsicherheit.

Helvetas reagiert auf diese Herausforderungen, indem sie langjährige Expertise aus über 35 Ländern mit einer starken lokalen Verankerung in der Ukraine verbindet. Von lokalen Büros in Kyjiw und Charkiw aus kombiniert Helvetas akute Hilfe im Bereich Wiederaufbau – darunter Wohnhäuser und Wassersysteme – mit langfristigen Entwicklungsansätzen, etwa der Stärkung der lokalen Wirtschaft, und trägt damit massgeblich zu einer systemischen und nachhaltigen Wirkung bei.

Langfristige Zusammenarbeit in der Ukraine

Wirtschaft stärken – für eine Zukunft nach dem Krieg

Eine starke Wirtschaft ist entscheidend für den Wiederaufbau eines Landes. Viele kleine und mittlere Unternehmen – das Rückgrat der ukrainischen Wirtschaft – kämpfen jedoch ums Überleben. Helvetas unterstützt sie beim Neustart: mit Mikrokrediten, praxisnahen Schulungen und digitalen Lösungen. Über Online-Plattformen und persönliche Beratung erhalten Unternehmen Unterstützung, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Mit diesen Ansätzen schafft Helvetas Arbeitsplätze und stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe – ein wichtiger Schritt für die Erholung des Landes.

Neue Chancen für Menschen, die besonders betroffen sind

Viele Menschen haben durch den Krieg ihre Arbeit verloren oder mussten ihren Beruf aufgeben. Helvetas bietet deshalb Berufs- und Weiterbildungskurse in technischen und handwerklichen Berufen an, darunter Schweissen, Klempnerei, Malerarbeiten, Nähen oder Energietechnik. Mehr als 1’000 Erwachsene konnten sich bereits neu qualifizieren und wieder ein eigenes Einkommen verdienen. Um die Qualität der Ausbildung zu sichern, unterstützt Helvetas lokale Berufsbildungszentren mit moderner Ausstattung und sicheren Schutzräumen. So bleiben Lern- und Weiterbildungsangebote auch während des Krieges möglich.

 

Arbeitsmarkt datenbasiert unterstützen

Damit Unterstützung dort wirkt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, führt Helvetas gemeinsam mit staatlichen und wirtschaftlichen Partnern regelmässige Arbeitsmarktanalysen durch. Sie zeigen, dass intern Vertriebene, Menschen mit Behinderungen und Veteran:innen trotz grosser Bereitschaft vieler Unternehmen nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt finden.

Helvetas vermittelt diesen besonders vulnerablen Gruppen in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen Praktika, um den Berufseinstieg zu vereinfachen und Perspektiven vor Ort zu finden. Helvetas unterstützt zudem politische Reformprozesse, die eine langfristig inklusivere Arbeitsmarktpolitik ermöglichen.

Helvetas unterstützt die Ausbildung von Schweisser:innen finanziell. Elf «Student:innen» unterschiedlichen Alters lernen täglich drei Stunden lang das Schweissen. Sie werden für die Instandsetzung der Infrastruktur von im Krieg beschädigten Gebäuden benötigt.
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© Iva Zimova/Panos Pictures
Viele Einwohner:innen von Charkiw und Region haben durch die russische Invasion ihre Arbeit verloren. Dank der Ausbildung haben sie eine berufliche Perspektive und können Charkiw beim Wiederaufbau der beschädigten Infrastruktur unterstützen. © Iva Zimova/Panos Pictures
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Helvetas stärkt auch Online-Plattformen, die Marktinformationen, praxisnahe Dokumentationen sowie gezielte Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsideen bieten und so Unternehmer:innen den Einstieg erleichtern.
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Gemeinden stärken – von lokalen Organisationen bis zur Infrastruktur

Lokale Organisationen tragen in der Ukraine einen grossen Teil der humanitären Arbeit. Doch nur wenige erhalten direkte internationale Finanzierung. Helvetas schliesst diese Lücke und unterstützt über 90 lokale Organisationen finanziell und durch die Vermittlung von Know-How. Mehr als 50’000 Menschen konnten bereits von sichererem Zugang zu Schutzräumen, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung profitieren. Zusätzlich helfen so genannte Reparatur-Hubs in Kyjiw und Charkiw Menschen direkt vor Ort, beschädigte Wohnungen selber winterfest zu machen und langfristig bewohnbar zu halten.

Innovative Lösungen für den Wiederaufbau

In einem Projekt des SECO arbeitet Helvetas mit dem Schweizer Bauunternehmen Divario AG zusammen, um dringend benötigten Wohnraum für vom Krieg betroffene Familien zu schaffen und zugleich die Entwicklung ökologisch nachhaltiger Wohngebäude in der Ukraine voranzubringen. Gemeinsam werden 330 energieeffiziente Modulhäuser für vom Krieg betroffene Familien gebaut. Die Module bestehen aus hochwertigem Holz, reduzieren CO₂-Emissionen und werden vollständig in der Ukraine gefertigt. Das schafft über 30 neue Arbeitsplätze und stärkt lokale Lieferketten.

Eine begleitende Marktanalyse zeigt, wie diese Bauweise künftig in grösserem Umfang eingesetzt werden kann – ein wichtiger Baustein für den landesweiten Wiederaufbau.

Wie Helvetas in der Ukraine wirkt

Helvetas verbindet jahrzehntelange internationale Erfahrung mit einer starken lokalen Verankerung. Wir arbeiten eng mit Gemeinden, Unternehmen und staatlichen Institutionen zusammen und entwickeln Lösungen, die über einzelne Projekte hinaus wirken.

Dazu gehören:

  • marktbasierte Ansätze, die Wirtschaft und Arbeitsmarkt stärken
  • verbindliche Datenanalysen, die politische Entscheidungen unterstützen
  • Partnerschaften, die Reformen und nachhaltige Entwicklung ermöglichen
  • lokale Verantwortung, damit Projekte auch langfristig Bestand haben

So trägt die Arbeit von Helvetas dazu bei, dass die Ukraine nicht nur die aktuelle Krise übersteht, sondern sich langfristig selbstbestimmt erholen kann.

Interview mit der Programmleiterin von Helvetas Ukraine 

Ihre Spende für die Ukraine

Dank Ihrer Spende können wir beschädigte Häuser und Infrastruktur wiederaufbauen, neue Jobperspektiven schaffen und lokal verwurzelte Projekte unterstützen.
Freibetrag für die Ukraine

Unsere Projekte in der Ukraine

Wollen Sie detaillierte Informationen zu unserer Arbeit in Osteuropa? Klicken Sie auf unsere Projekte, um mehr zu erfahren.

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Die junge Generation braucht stabile, fair bezahlte Jobs, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Helvetas fördert Rahmenbedingungen, die allen Menschen wirtschaftliche Chancen eröffnet.

Jugendliche

Fast jeder zweite Arbeitslose ist zwischen 15 und 24 Jahren alt. Insbesondere in Entwicklungsländern stellt dies eine enorme Herausforderung dar.

Wie wir Menschen in Moldawien unterstützen

Helvetas setzt sich für wirtschaftliche Perspektiven ein. Mit dem Ukraine-Krieg leistet Helvetas auch Humanitäre Hilfe für Ukraine-Geflüchtete und unterstützt moldawische Gastfamilien, die selbst von Armut betroffen sind.