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Benin

Die verlorenen Schuljahre nachholen

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In Benin können ein Drittel aller Jugendlichen weder lesen noch schreiben, weil sie die Primarschule viel zu früh verlassen haben. Im Nordosten des Landes unterstützt Helvetas den Aufbau und den Betrieb von Schulzentren, wo Kinder die verpassten Schuljahre nachholen können.

  • Projektname
    Alternative Schulbildung für Schulabbrecher
  • Projektphase
    2016 bis 2020
  • Finanzierung
    Dieses Projekt ist ein Mandat der Deza.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Grund- und Berufsbildung

Zurück auf die Schulbank

Die Behörden von Benin haben den Wert der Schulbildung erkannt und geben dafür zwischen 4,5 bis 5 Prozent des Bruttosozialproduktes aus, ähnlich viel wie die Schweiz. Trotzdem können ein Drittel aller 15- bis 24-Jährigen weder lesen und schreiben. Sie haben – oft, weil die Eltern ihre Arbeitskraft brauchten oder sich des Werts der Schule nicht bewusst sind – die Schule schon früh verlassen. Bei Mädchen sind Schulabbrüche markant häufiger als bei Knaben.

In einem Projekt im Nordosten des Landes unterstützt Helvetas 86 Zentren, in denen Kinder die verpasste Schulbildung nachholen können. Viele dieser Barka genannten Zentren ermöglichen den Schülerinnen und Schülern auch, einfache handwerkliche Tätigkeiten zu erlernen. In den 86 Barkas sind mehr als 3200 Lernende eingeschrieben, 60 Prozent von ihnen sind Mädchen, ein ungewöhnlich hoher Wert für eine Schule in Benin.

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Eine Frau erklärt, wie der Webstuhl bedient wird. © Helvetas/Stephane Brabant
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Eine Frau am Weben. © Helvetas/Stephane Brabant
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Frauen an der Arbeit an Webstühlen. © Helvetas/Stephane Brabant
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Schneidern ist in Benin auch bei jungen Männern ein gefragter Beruf. © Helvetas/Stephane Brabant
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Der Schulunterricht ist nach modernen Methoden gestaltet, die den Kindern ermöglichen, aktiv zu lernen. © Helvetas/Stephane Brabant
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Auch die Lehrmittel wurden speziell erarbeitet. Anfangs ist der Unterricht in der lokalen Sprache, dann auch in Französisch. © Helvetas/Stephane Brabant
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Die Schulzentren sind in den Gemeinschaften stark verwurzelt. Die Gemeindebehörden ergreifen die Initiative für den Bau, und die Bevölkerung hilft beim Bau der kleinen Schulgebäude. Dass die Kinder zuerst in der lokalen Sprache, dann erst in Französisch unterrichtet werden, hat bei den Eltern viel Vertrauen geschaffen. In den Kantinen vieler Schulzentren wird mit Gemüse aus dem eigenen Schulgarten gekocht. Wo nötig, werden Schulbrunnen gegraben und Latrinen eingerichtet.

Zum Projekts gehört auch die Weiterbildung von Lehrpersonen und es werden Lehrmittel ausgearbeitet. Noch sind diese Schulen kein Teil des offiziellen Bildungsangebots, doch sie haben in Benin einiges in Bewegung gebracht. Bei einer Feier des Projekts nahmen zwei Minister der Zentralregierung teil, und im Zehnjahresplan für die nationale Bildungspolitik werden die Barkas erstmals erwähnt.

Das Projekt ist ein Mandat der Deza, das Helvetas zusammen mit der schweizerischen NGO Solidar ausführt.

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«Ich liebe meine Schule. Weil ich hier nicht geschlagen werde und weil es auch zu essen gibt. Hier kann ich in meiner Sprache lesen lernen.»

Soule Soudick, 12, Schüler

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In den Schulstunden holen die Kinder den verpassten Lernstoff nach. © Helvetas/Stephane Brabant
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Rechnen spielt dabei eine wichtige Rolle. © Helvetas/Stephane Brabant
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Die Schülerinnen und Schüler legen einen Schulgarten an, die Ernte bereichert das Menu in der Schulkantine. © Helvetas/Stephane Brabant
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Im Schulgarten lernen die Kinder viel darüber, wie man Gemüse grosszieht. © Helvetas/Stephane Brabant
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Im Schulgarten lernen die Kinder viel darüber, wie man Gemüse grosszieht. © Helvetas/Stephane Brabant
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Im Schulgarten lernen die Kinder viel darüber, wie man Gemüse grosszieht. © Helvetas/Stephane Brabant
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Die Mädchen und Buben sind stolz auf ihr eigenes Gemüse. © Helvetas/Stephane Brabant
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