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Äthiopien

Verantwortung übernehmen in der Dorfpolitik

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Wie in grossen Gemeinden der Schweiz kontrolliert auch in Äthiopien ein gewähltes Gemeindeparlament die Arbeit der Exekutive. Dank einer Ausbildung durch Helvetas kennen diese politisch unerfahrenen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ihre Möglichkeiten und nutzen ihr Amt, um die Entwicklung der Gemeinde zu fördern.

  • Projektname
    Lokales Verwaltungsprojekt in Amhara
  • Projektphase
    2019 bis 2023
  • Finanzierung
    Spenden, Beiträge, Deza-Programmbeitrag und die äthiopische Regierung
  • Thematischer Schwerpunkt
    Mitsprache & sozialer Zusammenhalt
    Engagement in Städten

Gewählt, um etwas ins Rollen zu bringen

Ein defekter Brunnen, der mit wenig Aufwand repariert werden könnte. Schulen ohne Wandtafeln und Latrinen. Erodierende Abhänge. Schlechte Verkehrswege. Die Entwicklung eines Dorfes oder einer Region scheitert nicht immer nur am Geld. Oft liegt es daran, dass die zuständigen Behörden nicht wissen, wie sie Wasserversorgungen, Gesundheitsdienste, Schulwesen oder Strassenbauten planen und umsetzen können. Das ist auch in Äthiopien so.

In enger Zusammenarbeit mit der Provinzregierung von Amhara hat Helvetas hier ein erfolgreiches Ausbildungsmodell entwickelt, das sich an Gemeinderäte wendet, an die gewählten Mitglieder der Legislative also. Sie sind für fünf Jahre gewählt, doch die meisten von ihnen sind kaum vorbereitet für ihre Aufgabe. Sie kennen ihre Rechte und Pflichten zu wenig und können die Arbeit der Exekutive weder unterstützen noch überwachen. Sie bringen Anliegen der Bevölkerung zu wenig ein. Sie haben keinen Zugang zu staatlichen Stellen, die Entwicklungsprojekte finanzieren würden.

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Im Ausbildungsprogramm von Helvetas lernen die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in Kursen, anhand von Broschüren und durch Kontakte zu erfolgreichen Behördenmitgliedern, ihre Aufgaben, Rechte und Pflichten besser zu verstehen und zu erfüllen. Gleichzeitig werden die Exekutiven der Gemeinden darin geschult, die Aufträge der Legislative aufzunehmen und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Da die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte durch diese Schulungen ihre Rollen und Verantwortlichkeiten übernommen haben, sind sie nun in der Lage, ihre Prioritäten zu setzen, Schulen zu bauen, Strassen zu reparieren und die Ressourcen der Gemeinschaft zu mobilisieren. Sie haben auch den Mut gewonnen, die Exekutivorgane zur Rechenschaft zu ziehen, wie im Fall des Yilmana Densa Woreda Standing Committee (SC), das nach dem Training begann, Prüfungsergebnisse zu verfolgen und die Rückzahlung von durch Betrug und Misswirtschaft verlorenen Geldern durchzusetzen. Lang versprochene Brunnen wurden endlich gebaut. Die Einschulungsraten verbesserten sich markant. Gefährliche Wege wurden gesichert, Hänge terrassiert und Gesundheitsstationen mit den nötigsten Medikamenten ausgerüstet. Und das alles ohne die direkte Unterstützung von Helvetas, sondern einzig deshalb, weil ausgebildete Gemeinderätinnen und Gemeinderäte fähig sind, die Entwicklung ihrer Gemeinde anzustossen und zu planen.

Der Leiter des ständigen Haushalts- und Finanzausschusses, Geremew Admasu, berichtete: "Nachdem wir die betrügerische Vergabe von 1,09 Millionen ETB für den Kauf von Tierarzneimitteln formell untersucht hatten, konnten wir die Rückzahlung von 1,6 Millionen ETB durchsetzen."

ALGP arbeitet mit der Amhara-Regionalregierung und zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Region zusammen, um die Nachhaltigkeit dieser Bemühungen zu gewährleisten und weitere Woredas in der Region zu erreichen.

«Wir Gemeinderäte müssen Vorbilder sein. Wir sollten moderne Landwirtschaftsmethoden und gesundheitliche Massnahmen vorzeigen, damit andere sie übernehmen.»

Zenebe Wondermagegn, Gemeinderätin und Vorsitzende der Frauenvereinigung, Äthiopien

Mitsprache & sozialer Zusammenhalt

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