«Wir alle sind gleichwertig»

Warum Herr Rohner ein Projekt in Tansania grosszügig unterstützt.
VON: Madlaina Lippuner - 26. Januar 2026

Sein Interesse an spirituellen und ethischen Fragen liess Herrn Rohner Philosophie studieren. Und bewog den Rentner aus Freiburg dazu, ein Projekt in Tansania mit einer Grossspende zu unterstützen.

Auf seinem Küchentisch stapeln sich Bücher zu C.G. Jung und dem Dalai Lama. Daneben liegen diverse Bilder, meist abstrakte Aquarelle, die er selbst gemalt hat. Herr Rohner möchte ohne Vorname genannt werden, denn «ich bin nicht so wichtig», meint der 84-Jährige abwinkend. Lieber spricht er über spirituelle und philosophische Fragen. Dinge, die grösser sind als ein einzelner Mensch.

Er sei schon im Gymnasium «der kleine Philosoph» genannt worden, erinnert sich Herr Rohner verschmitzt lächelnd und erzählt von engagierten Diskussionen zwischen dem damaligen Philosophielehrer und ihm. Später studierte er tatsächlich Philosophie und arbeitete viele Jahre als Berufsschullehrer, unterrichtete auch Ethik.

Mit diesem Blick fürs Grössere schaue er auch auf die Ungerechtigkeiten in der Welt: «Wir alle sind gleichwertig – wir Menschen, aber auch die Tiere und die Natur», ist Herr Rohner überzeugt. Deshalb gebe er schon seit Jahren etwas von seinem Vermögen an Entwicklungsprojekte. Es war ein erhaltenes Erbe – ein Landverkauf –, das ihn nun bewogen hat, Helvetas mit einer grösseren Spende zu bedenken. Den Rest schenkte er seinen zwei Kindern. «Meine Rente reicht mir. Mein grösster Reichtum sind sowieso meine Kinder und Grosskinder.» Auch seine Bilder wolle er zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit verkaufen lassen, wenn er mal nicht mehr da sei, sagt er.

«Der ganzheitliche Ansatz von Helvetas entspricht mir sehr.»

Herr Rohner, Spender

Verbunden mit Menschen weit weg

Helvetas hat Herrn Rohner dabei beraten, seine Spende dort einzusetzen, wo sie seinen Vorstellungen entspricht. Seine Wahl fiel auf ein Projekt in Tansania, das die Wertschöpfungskette der Nahrungsmittel in der Stadt angeht – vom Anbau auf dem Feld über die Verbesserung der Transport-, Lagerungs- und Marktbedingungen bis hin zur Sensibilisierung von Schulkindern mit gesunden Schulmahlzeiten. Auch Eltern und Stadtverwaltung werden einbezogen, um eine ausgewogene Ernährung breit abzustützen. «Dieser ganzheitliche Ansatz von Helvetas entspricht mir sehr», sagt Herr Rohner.

In Tansania, überhaupt in Afrika, ist der Rentner noch nie gewesen. Für die Lebenswelten von Menschen, die an Hunger oder Mangelernährung leiden, haben ihn seine Eltern aber schon früh sensibilisiert. Auch deshalb, sagt er, spüre er eine tiefe Verbindung zu benachteiligten Menschen dort.

Verbunden sein mit anderen, im Bekanntenkreis und auch mit Fremden, hält er für zentral. Sich auszutauschen, zusammen zu sein, gebe ihm Kraft, so Herr Rohner. Und eben auch solidarisch zu sein mit Menschen weit weg. Was er den Menschen im Projekt, das er unterstützt, sagen würde? Nun, er könne sie nicht persönlich treffen. Aber er würde sie ermutigen, ihr Wissen zu teilen. «Etwas weitergeben zu können, ist ein Schatz, den wir alle in uns tragen. Ich wünsche mir, dass sie dank dem Projekt den Raum dazu haben», antwortet er mit grossen, leuchtenden Augen.

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