Erna Karrer-Rüedi

Mitglied des Zentralvorstands
Erna Karrer-Rüedi , Dr.sc.nat. ETH
Im Zentralvorstand seit 2019

Als Geschäftsführerin und Stiftungsratspräsidentin der EoS Entrepreneur Foundation engagiert sich Dr. Erna Karrer-Rüedi für die Förderung von Social Entrepreneurship, unter anderem in Lateinamerika. Nach dem Studium der Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich forschte sie an der Johns Hopkins und an der Yale University. Auch in ihrer späteren Tätigkeit in der Privatwirtschaft engagierte sie sich in zukunftsweisenden und innovativen Fachbereichen in Amerika und in Westeuropa. Insgesamt bringt sie über 25 Jahre internationale Erfahrung in Beratung sowie Umsetzung nachhaltiger Entwicklung und sozialverantwortlicher Finanzierung mit. Zudem ist Erna Karrer bei Innosuisse als Expertin und Beraterin mit Fokus auf Sozialunternehmertum und Business Management tätig.

4 Fragen an Erna Karrer-Rüedi 

1. Was motiviert Sie, als Zentralvorstandsmitglied für Helvetas zu arbeiten?

Helvetas unterstützt soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsanliegen durch basisorientierte Entwicklungsprogramme und professionelle Beratung im Sinne der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Helvetas hat eine kompetente Geschäftsleitung, die proaktiv die globalen nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) zur Steuerung ihrer Entwicklungsorganisation einbezieht. Als Vorstandsmitglied sehe ich meine Motivation und Aufgabe darin, mit Weitsicht und Engagement unterstützend zu wirken und mit meiner Erfahrung aus Wissenschaft, Wirtschaft und gemeinnützigen Organisationen einen Beitrag zu gesellschaftlicher Transformation zu leisten.

2. Welche Erfahrungen bringen Sie mit aus dem Bereich internationale Zusammenarbeit?

Meine langjährige Forschungs- und Beratungsarbeit in zukunftsweisenden, innovativen Fachbereichen, spezifisch in Social Entrepreneurship als Change Agent für soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, bringt wesentliche Aspekte in die internationale Zusammenarbeit ein. Meine Erfahrung zeigt auch, dass in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit die Optimierung von limitierten Ressourcen ebenso zentral ist wie das Vermitteln zwischen entgegenwirkenden Kräften. Es ist wichtig, der Komplexität gerecht zu werden, und entsprechend zu differenzieren.

3. Sie sind Expertin und Beraterin unter anderem für sozial-verantwortliche Investments und engagieren sich für Frauenförderung. Wo steht Helvetas Ihrer Meinung nach in diesen Bereichen?

Sozial-verantwortliches Investment heisst ja primär, dass mit Investmentkapital kein gesellschaftlicher Schaden angerichtet wird; positiv formuliert, dass sozial-verantwortliches Investment trotz knappen verfügbaren Ressourcen für positive Wirkung (Impact) eingesetzt wird. Zudem sollen die unterschiedlichen Stakeholder in die Verantwortung miteinbezogen werden. Frauenförderung bedeutet, dass Menschen Chancen erhalten, sie diese aber auch wahrnehmen, um sich zu entfalten. Wird der Respekt gegenüber Frauen nicht gepflegt, lassen wir willentlich Machtmissbrauch in der Gesellschaft zu und verpassen dadurch die Chance, enorm wertvolle soziale Fähigkeiten zu entfalten. Die Entwicklungsprogramme wie auch die Beratung von Helvetas stellen sich diesen Herausforderungen, sind doch beide Themenbereiche zentral in der strategischen Zielsetzung «für echte Veränderung».

4. Wo sehen Sie Herausforderungen und Chancen für Helvetas?

Herausforderungen können grundsätzlich als Chancen wahrgenommen werden. Wenn wir uns aktuelle globale Herausforderungen und Megatrends in der Entwicklungszusammenarbeit vor Augen halten, kristallisieren sich drei Schwerpunkte heraus:

  • In der Dynamik der Entwicklungszusammenarbeit die einander ergänzenden «on the ground»-Erfahrungen und fachlichen Sach- und Führungskompetenzen als strategisch wichtige Bestandteile in der Förderung der Nachhaltigkeit auszubauen, obwohl und gerade weil die Risikoprofile im Engagement sich schnell und laufend verändern.
  • In der Multidimensionalität der Herausforderungen möglichst fachliche/sachliche Lösungsansätze im Spannungsfeld zwischen der Makro- und Mikroebene zu realisieren.
  • Die Verbindung von physischer mit digitaler Welt, vor allem was die Kommunikation von Sachverhalten beziehungsweise Themen und andrerseits den Umgang mit Daten anbelangt.