In den ersten Stunden nach dem Beben war vieles unklar, erinnert sich Kamlesh Vyas. Telefonleitungen waren unterbrochen, Strassen blockiert, verlässliche Informationen aus den betroffenen Gebieten rar. «Mich hat beeindruckt, wie schnell sich die humanitären Organisationen abgesprochen haben, wer wo helfen würde und was die Menschen am dringendsten brauchten», sagt der Nothilfekoordinator.
Lebensmittel und Hygieneartikel
Bereits am dritten Tag konnte Helvetas Nothilfe leisten und die Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und die Reparatur beschädigter Wasserleitungen unterstützen. Andere Organisationen konzentrierten sich auf medizinische Versorgung, Trinkwasser und Lebensmittelverteilung. «Als eine der ersten Organisationen vor Ort konnten wir Informationen über die Situation sammeln, mit anderen teilen und eine koordinierte Reaktion unterstützen», sagt Kamlesh.
Helvetas linderte die Not auch mit Bargeldhilfe, die Logistik- und Lagerkosten reduziert und den Betroffenen erlaubt, selbst zu entscheiden, was sie beschaffen wollen. So konnten sich auch die lokalen Märkte erholen. In den Wochen nach dem Beben unterstützte Helvetas mehr als 7200 Haushalte finanziell, später half Helvetas Familien beim Wiederaufbau mit Notunterkünften aus lokal hergestellten Materialien. Das förderte lokale Arbeitsplätze.
Hoffnung geben
Ein bemerkenswertes Engagement: Das Erdbeben ereignete sich kurz vor dem Neujahrsfest in Myanmar, doch die Mitarbeitenden von Helvetas Myanmar sagten ihre Ferien ab, um zu helfen, obwohl viele von ihnen selbst betroffen waren. «Sie kamen, um Menschen zu unterstützen, die noch mehr verloren hatten als sie selbst», sagt Kamlesh. Auch die Unterstützung aus der Schweiz war zentral. «Zu spüren, dass sie nicht vergessen waren, gab den Menschen Hoffnung. Schnell zu handeln und zusammenzuhalten, macht einen grossen Unterschied.»
Mit «Helvetas Online» mehr erfahren
Mit «Helvetas Online» geben wir Ihnen künftig vertieftere Einblicke in unsere Projektarbeit. Zum Jahrestag des Erdbebens in Myanmar erzählen am 26. März 2026 um 12:00 Uhr mittags Helvetas-Mitarbeitende, wie sie das Beben erlebt haben. Sie beantworten Fragen wie: Wie funktioniert der Übergang von kurzfristig angelegter Nothilfe zu längerfristiger Entwicklungszusammenarbeit? Welche Erkenntnisse zieht das Team in Myanmar aus der Ausnahmesituation? Und wie sieht der Wiederaufbau nun konkret aus? Red und Antwort stehen unter anderen Prabin Manandhar, Länderdirektor von Helvetas Myanmar, und Severin Huber, der die Projektarbeit in Myanmar von der Schweiz aus betreut. Der Anlass findet auf Deutsch statt, englische Passagen werden übersetzt. Wir freuen uns, Sie zahlreich begrüssen zu dürfen.
