Benin: Covid-19 | © Helvetas / Jonathan Noukpo
Zürich – 04. Februar 2021

Spendenrekord für Helvetas im Corona-Jahr

© Helvetas / Jonathan Noukpo

Die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas blickt auf ein erfolgreiches Spendenjahr zurück. Dank der grossen Solidarität von Privatpersonen, Stiftungen, Kantonen, Gemeinden und Unternehmen konnte die NGO 36 Millionen Franken einnehmen – rund 11% mehr als im Vorjahr. Damit leistete Helvetas unter anderem zusätzliche humanitäre Hilfe für arme Menschen in Entwicklungsländern, die mit der Bewältigung der Corona-Krise zu kämpfen haben.

Helvetas kann auf ein gutes Spendenjahr 2020 zurückblicken, die Solidarität war überwältigend: Privatpersonen, Stiftungen, Kantone, Gemeinden und Unternehmen haben grosszügig arme Menschen in Entwicklungsländern unterstützt, die von der Corona-Pandemie ungleich härter getroffen wurden als wir hierzulande.

Auch unabhängig von der Pandemie durfte Helvetas letztes Jahr mehr Spenden von Stiftungen und Beiträge von Kantonen und Städten entgegennehmen. Die Spenden und Beiträge von insgesamt über 36 Millionen Franken führen zu einem eindrücklichen Rekord in der über 65-jährigen Geschichte von Helvetas und lagen insgesamt um rund 11% über dem Vorjahresergebnis. Damit konnte die Nichtregierungsorganisation (NGO) auch zusätzliche humanitäre Hilfe für Menschen in Not leisten.

Kampf gegen Langzeitfolgen der Pandemie

Helvetas arbeitet in 30 Ländern mit der lokalen Bevölkerung, mit Partnerorganisationen, dem lokalen Privatsektor und Gemeinden zusammen. Bei Ausbruch der Pandemie hat die NGO Corona-Aufklärungs- und Präventionsarbeit geleistet: Es wurden Informationsflyer verteilt und via Radiosendungen über Corona informiert; Helvetas hat die lokale Produktion und Verteilung von Seifen, Desinfektionsmitteln und Masken initiiert und Zugang zu sauberem Wasser – teils mit mobilen Handwaschstationen - geschaffen.

Zudem hat Helvetas die Schul- und Berufsbildungsprojekte den erschwerten Bedingungen angepasst – dezentraler Open-Air-Unterricht oder, wo möglich, über digitale Kanäle – und Nothilfe geleistet: beispielsweise mit der Verteilung von Lebensmitteln, Hygienekits, Saatgut oder Bargeldzahlungen. Bis Ende 2020 hat Helvetas mit rund 130 Corona-Interventionen in 30 Partnerländern Hunderttausende Menschen unterstützt. Die Corona-Hilfe zielt auch darauf ab, die verheerenden wirtschaftlichen Langzeitfolgen der Pandemie zu lindern, drei Beispiele:

  • In Mosambik unterstützt Helvetas mit finanzieller Beteiligung der Deza die Produktion von Ethanol aus Zuckerrohr und aus den Äpfeln des Cashewbaumes. Mit dem Destillieren zu medizinischem Alkohol sowie der Herstellung von Handdesinfektionsmitteln eröffnet sich für die Bäuerinnen und Bauern ein neuer Einkommenszweig, der weit über die Corona-Krise hinaus Bestand haben dürfte.
  • Aufgrund von Transportbeschränkungen konnten Kakaoproduzentinnen und -produzenten in Bolivien ihre Ware nicht mehr verkaufen. Helvetas unterstützte sie bei neuen Vermarktungsstrategien. So haben Bäuerinnen und Bauern begonnen, Kakao zu Kakaomasse zu verarbeiten, die länger haltbar ist.
  • In Myanmar unterstützt Helvetas die lokale Hilfsorganisation „Call me today“, eine Art „Dargebotene Hand“, die mit Telefonberatungen Menschen in der Krise hilft – so zum Beispiel die zahlreichen Näherinnen, die wegen Corona ihren Job in den Textilfabriken verloren haben, oder zurückgekehrte Arbeitsmigranten, die kein Einkommen und keine Perspektive mehr haben.

Armutsgefälle steigt, Hilfe dringend nötig

Mit dem Ende des Corona-Jahres 2020 ist die Krise längst nicht ausgestanden. Die Menschen in Entwicklungsländern werden mit schwerwiegenden Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Nahrungsmittel und Wasser sind knapp, fehlendes Einkommen und unter- oder abgebrochene Bildung sorgen für düstere Prognosen. Die ärmsten Menschen leiden nicht nur gesundheitlich – Stichwort Impfungerechtigkeit –, sondern auch wirtschaftlich existenziell. Die Weltbank schätzt, dass die Pandemie weltweit über 100 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen wird. Hunger wird ebenfalls zunehmen. Eine aktuelle, von Helvetas und sieben weiteren europäischen NGO durchgeführte Studie bestätigt diese Befürchtungen: Unzählige Menschen in Entwicklungsländern müssen mit weniger Nahrung auskommen, Kinder können nicht mehr zur Schule, die finanzielle Lage ist verheerend.

Helvetas leistet auch 2021 einen Beitrag dazu, dass diese Menschen ein Einkommen generieren können, Zugang zu sauberem Trinkwasser, genügend Nahrung sowie Bildung erhalten und in einer friedlichen Zivilgesellschaft leben können. Die Unterstützung ist dringend nötig.

Der Jahres- und Finanzbericht 2020 erscheint Ende Mai 2021.

Weitere Informationen:

Wie Helvetas den Leidtragenden der Corona-Pandemie hilft

Helvetas unterstützt die Rohingya im Kampf gegen Corona im weltweit grössten Flüchtlingslager

Helvetas leistet Wirtschaftshilfe, die über die Coronakrise hinauswirkt 

Für Rückfragen:

Medienverantwortliche Helvetas
Katrin Hafner

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