Eine Kleinstadt an der Nordküste Mosambiks, will wehrhafter werden, denn Zyklone gefährden die Wasserversorgung und Gesundheit der Bevölkerung. Nutzer, Technikerinnen, Behörden und lokale Organisationen sorgen mit Helvetas dafür, dass Brunnen und Latrinen stabil, sauber und sicher bleiben.
«Der Klimawandel bringt häufiger heftigere Stürme. Deshalb schulen wir lokale Hand- werker:innen, stabile Latrinen und Häuser zu bauen und Brunnen dort zu bohren, wo geologische Messungen dauerhaft Wasser anzeigen. Mit stabileren Wasserpumpen verhindern wir, dass Trink- vom Meerwasser versalzt oder anderweitig verunreinigt wird. Hier in Moma Sede liess Helvetas einen Zieh- in einen Pumpbrunnen umbauen und hat den Bau des zweiten Brunnens begleitet. Wir unterstützen die Anwohner:innen, sich in Wasser- und Notfallkomitees zu organisieren, und arbeiten mit den Behörden des Distrikts daran, zuverlässige Wasserdienstleistungen anzubieten – auch im Krisenfall.»
Julião Atumane, 53, Präsident des ersten Wasserkomitees
«Wir sind in Wasserkomitees rund um die zwei Brunnen hier organisiert, mit verschiedenen Aufgaben. Ich ziehe Geld ein bei allen, die Brunnenwasser beziehen. Für 20 Meticals (25 Rappen) im Monat dürfen sie zweimal täglich Wasser pumpen. Mit dem Betrag decken wir die Kosten für Brunnenunterhalt und -reparaturen. Früher schöpften wir Wasser aus einem tiefen Erdloch. Das Wasser war dreckig, in der der Regenzeit schlammig. Manchmal schwammen tote Tiere darin. Wir waren oft krank. Mit der Pumpe geht es uns gut – egal, ob es regnet oder nicht.»
Jessica Gomes, 29, Aussendienst-Mitarbeiterin
«Ich arbeite für die lokale Partnerorganisation von Helvetas, klopfe an Haustüren und organisiere Treffen mit Anwohnenden. Wir sensibilisieren sie rund um Wasser und Hygiene: Hände richtig waschen oder auch Krankheiten wie Cholera oder einfach Durchfall ver- meiden. Dieses Wissen ist besonders wichtig bei Wirbelstürmen, denn diese können Wasser verunreini gen. Dafür erarbeiten wir Notfallpläne mit den Lokal- behörden und Notfallkomitees. Und wir motivieren Menschen, die keinen Zugang zu Latrinen haben, eine eigene, sturmsichere Toilette zu bauen, statt ihre Notdurft draussen im Wald oder im Meer zu verrichten.»
Judite Candido Travessa, 29, Retterin im Notfallkomitee
«Wir hören rund um die Uhr den Funk ab. Zieht ein Sturm auf, gehen wir von Tür zu Tür und zum Strand und fordern die Leute auf, sich in Sicherheit zu bringen. Viele wohnen noch in einfachen Holzhäusern, die Zyklonen nicht standhalten. Manche erkennen den Ernst der Lage nicht und wollen zuhause bleiben. Zur Not evakuiere ich sie eigenhändig. Training und Funkgeräte, Signalflaggen und Megafone haben wir von der lokalen Behörde erhalten. Mit ihr haben wir sichere Orte identifiziert, zum Beispiel die Schule, um Menschen aufzunehmen. Mit meiner Arbeit kann ich Leben retten, das liebe ich.»
Norati Abudo Ali, 37, Präsidentin des zweiten Wasserkomitees
«Seit 2025 haben wir diesen zweiten Brunnen, das verkürzt die Wartezeit. Ich wohne ganz in der Nähe und bin oft da. Die Leute schätzen mich als Vermitt- lerin. Wenn sich jemand vordrängelt, schlichte ich. Gerne würde ich Toiletten bauen für die, die anstehen. Aber Bau und Unterhalt kosten. Ich kann dafür von den Menschen nicht noch mehr Geld verlangen. Für einige ist schon das Wasser-Abo teuer genug.»
Analice Diogo, 28, Schlüsselwartin
«Manchmal fielen Kinder in das tiefe Erd- loch, aus dem wir früher Wasser holten. Sie verletzten sich oder sind gar ertrunken. Mit dem Dreckwasser konnte ich mich kaum waschen, nicht richtig kochen, ge- schweige denn war ich gesund. Die Pumpe hier hat das alles verbessert. Ich schliesse sie morgens auf und abends wieder ab. Geld bekomme ich keines dafür. Ich verdiene etwas mit selbstgeba ckenen Brötchen. Aber weil ich weiss, dass es mir und der Gemeinde nützt, mache ich diesen Schlüsseldienst gerne.»
Nelson Saide, 52, Wasserhändler
«Ich kaufe hier Trinkwasser, denn in meinem Dorf, das etwa eine Stunde von hier weg ist, haben wir noch keinen Brunnen. Deshalb verkaufe ich das Wasser dort weiter. Der Präsident des Wasserkomitees hat mir bewilligt, das Wasser von hier weiterzuverkaufen, so darf ich mehr als andere holen. Ich komme um fünf Uhr morgens hierher. Mein klappriges Fahrrad muss ich stossen, wenn es so beladen ist, aber immerhin schaffe ich so 280 Liter Wasser ins Dorf. Jeden Tag. Das bringt gutes Geld. Mein grösster Traum? Ein neues Haus. Wir wohnen in einem alten, kaputten, aber bald kann der Neubau beginnen.»
Helvetas strebt eine gerechtere Welt an, in der alle Menschen selbstbestimmt leben, Grundbedürfnisse befriedigt und Menschenrechte garantiert sind. Mehr Informationen zu unserer Arbeitsweise erhalten Sie hier.
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