Helvetas konzentriert sich auf die Ausbildung von Lehrpersonen, damit ihre Schülerinnen und Schüler im Unterricht mehr lernen, und ermöglicht Kindern, die nicht zur Schule gehen konnten, verpassten Lernstoff nachzuholen. Ein wichtiges Prinzip ist dabei die Chancengleichheit von Mädchen und Knaben. Wir unterstützen zudem Berufsschulen dabei, benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen berufliche und lebenspraktische Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie Arbeit finden oder ein eigenes Geschäft gründen können.
2023 haben 650’683 und 2024 haben 508’735 junge, meist benachteiligte Frauen und Männer mit der Unterstützung von Helvetas Zugang zu Schul- und Berufsbildung erhalten, eine Arbeit gefunden oder sich selbstständig gemacht.
Ein Beispiel aus Madagaskar
Victorine wurde in einem Elendsviertel der madagassischen Hauptstadt Antananarivo geboren. Ihre Zukunftsaussichten waren schlecht. Nach dem frühen Tod ihres Vaters konnte die Mutter das Schulgeld nicht mehr für alle drei Kinder bezahlen. Nur die Söhne durften weiter zur Schule gehen. Victorine dagegen musste mit ihrer Mutter Süssigkeiten herstellen und auf dem Markt verkaufen.
«Als mich ein Sozialarbeiter auf der Strasse fragte, ob ich wieder zur Schule gehen wollte, sagte ich sofort ja. Ich wusste, so eine Chance würde ich nie wieder bekommen», erzählt uns Victorine rückblickend.
Dank dem Ausbildungsprogramm einer Partnerorganisation von Helvetas konnte Victorine wieder die Schule besuchen. Und anschliessend eine Anlehre machen, in der sie Nähen und Sticken lernte. Mittlerweile hat sie eine feste Stelle gefunden und ist stolz, alleine für ihren Sohn und ihre Mutter sorgen zu können.
