Wir wollen eine engagierte und solidarische Schweiz

Lange veränderte sich die Welt zum Besseren. Doch nun scheint sie unter der Last multipler Krisen aus den Fugen zu geraten. Die Weltgemeinschaft steht vor Herausforderungen, die wir jetzt nur gemeinsam bewältigen können. Setzen auch Sie ein Zeichen für eine faire Politik und unterzeichnen Sie unseren Appell für globale Gerechtigkeit.

  Personen haben bereits unterzeichnet

Unterzeichnen Sie jetzt den Appell für globale Gerechtigkeit

 

Erstunterzeichnende:

Micheline Calmy-Rey
a. Bundesrätin
Ruth Dreifuss
a. Bundesrätin
Patrick Rohr
Fotojournalist und Kommunikationsberater
Bertrand Piccard
Präsident Solar Impulse Foundation

Sechs Schlüssel für eine engagierte und solidarische Schweiz:

1 HUNGER- UND ERNÄHRUNGSKRISE SOFORT UND GANZHEITLICH ANGEHEN

Damit retten wir Hunderttausende Menschen vor dem Hungertod und wir helfen mit, dass sich die Menschen besser an wirtschaftliche Schocks und Extremwetter wie Dürren und Überschwemmungen anpassen können, um letztlich mehr Ernährungssicherheit zu erzielen.

Erklärung: Eigentlich gäbe es genug Nahrung für alle Menschen. Bloss landet ein immer grösserer Anteil davon als Tierfutter in der industriellen Viehzucht, als Biotreibstoff in Autotanks oder in der Mülltonne. Zum Schutz von Umwelt und Tierwohl muss vermehrt auf pflanzliche Ernährung gesetzt und die Landwirtschaft ökologischer ausgerichtet werden. Gleichzeitig gilt es, faire Preise für Produzierende sicherzustellen und das Ernährungssystem sozialverträglich und klimagerecht zu gestalten.

© Franz Thiel
Auf Märkten, wie hier in Shimela in der Region Wag Hemra, Äthiopien, ist in der aktuellen Ernährungskrise das Angebot knapp und die Ware teurer geworden. © Franz Thiel

2 AUSSENPOLITIK SOLIDARISCH AUSGESTALTEN

Damit stärken wir die Internationale Zusammenarbeit, fördern Demokratie, gute Regierungsführung und die Einhaltung der Menschenrechte, und vergrössern den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft und der Menschen in ärmeren Ländern.

Erklärung: Die Schweiz gilt als glaubwürdige Vermittlerin zwischen Konfliktparteien und kann mit einer aktiven Friedens- und Menschenrechtspolitik viel bewirken. In der UNO muss sich die Schweiz mit aller Kraft für Wege aus der Klimakrise und der aktuellen Hunger- und Ernährungskrise einsetzen. In Konfliktgebieten muss sich die Schweiz für den Schutz der Zivilgesellschaft und den Zugang zu humanitärer Hilfe stark machen.

Rohingya camp in Bangladesh | © Patrick Rohr
Humanitäre Hilfe lindert die schlimmste Not im Rohingya-Flüchtlingslager in Cox‘s Bazar, Bangladesch. © Patrick Rohr

3 KLIMAGERECHTIGKEIT STÄRKEN

Damit unterstützen wir ärmere Länder, sich klimaverträglich zu entwickeln, sich besser an die negativen Auswirkungen der Erderwärmung anzupassen und die Biodiversität zu schützen.

Erklärung: Der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC zeigt das verheerende Ausmass der Auswirkungen der menschengemachten Klimaveränderung. Den Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürmen sind ärmere Menschen und Länder unverschuldet ausgesetzt. Es fehlt ihnen an Ressourcen und Widerstandskraft. Schon vor Jahren haben wohlhabende Länder wie die Schweiz im Rahmen internationaler Klimaabkommen zugesagt, für mehr Klimagerechtigkeit zu sorgen und ärmere Länder mit neuen Finanzmitteln bei deren Anpassung an die Klimafolgen zu unterstützen. Geschehen ist bis heute zu wenig.

© Simon B. Opladen
Wasser ist immer schwieriger zugänglich und oftmals verschmutzt. In Tansarga, Benin, holt Laliba Souobou es aus einem Wasserloch. © Simon B. Opladen

4 VERANTWORTUNGSVOLLES HANDELN DER WIRTSCHAFT

Damit wird sichergestellt, dass für alle die gleichen Regeln gelten und hier ansässige, global tätige Unternehmen internationale Menschenrechts- und Umweltstandards auch in der Produktion und in ihren Zulieferketten umsetzen und für Verstösse geradestehen.

Erklärung: Global tätige Schweizer Firmen leisten einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Entwicklung. Wichtig ist, dass die Unternehmen ihre wirtschaftlichen Interessen mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpfen und international anerkannte soziale und ökologische Kriterien der UNO und der OECD konsequent einhalten.

© Simon B. Opladen
Entwicklungszusammenarbeit ermöglicht bessere Arbeitsbedingungen wie hier bei der Baumwollernte in Jalal-Abad, Kirgistan. © Simon B. Opladen

5 WIRTSCHAFTS-, FINANZ- UND HANDELSPOLITIK NACHHALTIG AUSRICHTEN

Damit wird der Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben, die Schweiz nachhaltig und weltverträglich ausgerichtet und die positive Wirkung der Entwicklungszusammenarbeit verstärkt.

Erklärung: Als stark globalisiertes Land lebt die Schweiz stark auf Kosten anderer, ärmerer Länder. Daher gilt es dafür zu sorgen, dass die relevanten Politikbereiche zur Verbesserung der Entwicklungschancen ärmerer Länder beitragen: Rohstoffgeschäfte und private Kreditvergabe in Entwicklungsländern, Handelsabkommen und die Regulierung des Finanzplatzes müssen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Als Richtschnur dient die Agenda 2030.

© Felana Rajaonarivelo
Auch die Schweiz muss dazu beitragen, dass in Madagaskar und weltweit nachhaltig gewirtschaftet werden kann. Installateur für Solarpanele in Ambanja. © Felana Rajaonarivelo

6 INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT STÄRKEN

Damit helfen wir Menschen in unmittelbarer Not und verbessern nachhaltig den Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung. Zudem fördern wir die Grund- und Berufsbildung sowie die lokale Wirtschaft und erhöhen die Chance auf würdevolle Arbeit, ein besseres Einkommen sowie verantwortungsvolles Regieren und Mitsprache der Menschen.

Erklärung: Seit 50 Jahren steht das internationale Bekenntnis zum Zielwert von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Unterstützung ärmerer Länder. Mit der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2015 wurde dieses Bekenntnis erneuert. Derzeit stellt die Schweiz rund 0,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Angesichts der mehrfachen Krisen ist Internationale Zusammenarbeit nötiger denn je.

© K M ASAD
Internationale Zusammenarbeit bringt Entwicklungschancen für benachteiligte Menschen, damit auch ihre Stimme gehört wird. Dorfversammlung im Birampur Upazila, Bangladesch. © K M ASAD

Videobotschaft zum Appell für globale Gerechtigkeit von Regula Rytz

Helvetas erwartet Engagement und Solidarität in einer Zeit von Mehrfachkrisen

...aus den Fugen zu geraten. Während der Coronapandemie haben sich Armut und Ungleichheit weltweit verstärkt. Der Krieg in der Ukraine verschärft Hungers nöte. Die Klimakrise spitzt sich mit Dürren und Überschwem mungen weiter zu. Die Wirt schaft bricht vielerorts ein. Die drohende Energiekrise führt auch hierzulande zu einem Gefühl der Angst und Ohnmacht.

Die verschiedenen Krisen überlagern sich und hängen zusammen. Zu ihrer Überwindung sind deshalb umfassende und koordinierte Ansätze notwendig. Wir müssen die grundlegenden Ursachen von Ungerechtigkeit und Armut in der Welt und die globale Klimakrise jetzt anpacken, sonst werden die Herausforderungen unüberwindbar.

Es braucht mehr Anstrengungen für den erforderlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel und globale Chancengleichheit. Erneuerbare Energien, eine nachhaltige Wirtschaft, soziale Wohlfahrt und öffentliche Gesundheit ebenso wie ein friedliches Zusammenleben, Klimaschutz und Biodiversität müssen gefördert werden – in der Schweiz und weltweit.

Die Schweiz ist keine Insel. Wir sind Teil dieser Welt und von ihrem Wohlergehen abhängig. Die Bundesverfassung verpflichtet uns dazu, zur Linderung von Not und Armut in der Welt beizutragen, uns für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen und ein friedliches Zusammenleben der Menschen sowie die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu fördern.

In unserem direkt-demokratischen Land können wir uns alle gemeinsam für die nötigen Schritte einsetzen: Wir stehen für eine solidarische Schweiz mit ihrer humanitären Tradition. Wir übernehmen Verantwortung, indem die Schweiz ihren internationalen Verpflichtungen zum Klimaschutz nachkommt. Von Politik und Wirtschaft erwarten wir verantwortungsvolles und solidarisches Handeln. Und wir alle wollen unser individuelles Verhalten nachhaltiger gestalten.

Weitere Erstunterzeichnende:

André Lüthi
Präsident Globetrotter Group
Andreas Missbach
Geschäftsleiter Alliance Sud
Angelo Gnädinger
ehem. Generaldirektor IKRK
Anne Hodler
Schauspielerin und Moderatorin
Christophe Barman
Präsident der Fédération romande des consommateurs und Unternehmer
Daniel Hitzig
Redaktor
Dina Pomeranz
Prof. für Volkswirtschaft, Universität Zürich
Dominique Schmid
Unternehmensberater
Erna Karrer-Rüedi
Präsidentin EoS Entrepreneur Foundation
Eva Schmassmann
Geschäftsführerin Plattform Agenda2030
Ruth-Gaby Vermot
Mitglied Europarat, Präsidentin FriedensFrauen Weltweit, a. Nationalrätin
Daniel Wiener
Präsident Global Infrastructure Basel Foundation
Fenneke Reysoo
Prof. em. Graduate Institute of International and Development Studies
Fritz Brugger
Co-Direktor NADEL, ETH Zürich
Günther Fink
Prof. für Epidemiologie und Haushaltsökonomie, Schweiz. Tropeninstitut, Universität Basel
Hanspeter Fricker
ehem. CEO WWF Schweiz
Isabel Günther
Prof. für Entwicklungsökonomie, NADEL, ETH Zürich
Jean-Philippe Jutzi
Journalist und ehem. diplomatischer Berater
Jörg Frieden
Entwicklungsökonom
Julia Steinberger
Prof. Institut für Geographie und Nachhaltigkeit, Universität Lausanne
Jürg Staudenmann
Umwelt- und Entwicklungsexperte am Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI
Katharina Michaelowa
Prof. für Politische Ökonomie und Entwicklungspolitik, Universität Zürich
Kathrin Amacker
a. Nationalrätin
Laurent Goetschel
Direktor swisspeace, Universität Basel
Lisa Mazzone
Ständerätin
Marc Muller
Gründer Impact Living, Influencer für nachhaltige Entwicklung
Marcel Tanner
Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz
Marco Fähndrich
Kommunikationsverantwortlicher Alliance Sud 
Mario Fehr
Regierungsrat Kanton Zürich
Martin Landolt
Nationalrat
Martin R. Dean
Schriftsteller und Essayist
Joy Matter
alt Gemeinderätin Stadt Bern
Nicola Forster
Gründer foraus – Forum Aussenpolitik
Paul Oertli
Unternehmer
Peter Messerli
Direktor Wyss Academy for Nature, Universität Bern
Peter Niggli
Publizist
Peter Stamm
Schriftsteller
Peter Stämpfli
Unternehmer
Pierre-Yves Maillard
Präsident des Schweiz. Gewerkschaftsbunds (SGB) und Nationalrat
Pietro Veglio
ehem. Präsident Federazione delle ONG della Svizzera italiana (FOSIT)
Rebekka Burckhardt
Schauspielerin und Regisseurin
Regula Bührer Fecker
Werberin
Renata Burckhardt
Autorin und Dozentin
René Holenstein
Ehem. Botschafter
René Longet
Experte für nachhaltige Entwicklung und ehem. Präsident der Fédération genevoise de coopération
Richard Gerster
Berater und Publizist
Romaine Jean
Kommunikations- und Medienberaterin
Ruedi Dannecker
ehem. Vizedirektor Deza
Ruth Egger
Entwicklungsökonomin
Sabina Bobst
Fotografin und Kuratorin
Samir
Filmemacher
Stefan Haupt
Filmemacher
Ueli Winzenried
Business Konsulent
Zora del Buono
Schriftstellerin
Oswald Sigg
ehemaliger Sprecher des Bundesrat
Cécile Bühlmann
ehem. Präsidentin Greenpeace Schweiz, a. Nationalrätin
Marina Carobbio Guscetti
Ständerätin Kanton Tessin
Jean Christophe Schwaab
Vize-Bürgermeister von Bourg-en-Lavaux, a. Nationalrat
Elmar Ledergerber
ehem. Stadtpräsident Zürich und ehem. Präsident Helvetas
Roger de Weck
Autor
Micheline Calmy-Rey
a. Bundesrätin
Hansi Voigt
Journalist, Medienunternehmer und Gründer watson.ch
Lucy Koechlin
Präsidentin Kommission für EZA Basel-Stadt
Sibylle Berg
Schriftstellerin
Patrick Chappatte
Presse-Karikaturist
Jean Daniel Gerber
ehem. Staatssekretär
Michel Ansermet
Direktor von Aquatis und Olympiasieger im Sportschiessen