Hansi Voigt

Mitglied des Zentralvorstands
Hansi Voigt
Im Zentralvorstand seit 2019

Heute ist Medienunternehmer Hansi Voigt Partner bei dasnetz.ch, davor war er Chefredaktor 20Minuten Online, sowie Gründer und Chefredaktor des Newsportals watson.ch. Hans Voigt studierte Geschichte an der Universität Zürich und hat eine lange Karriere in der Schweizer Medienbranche hinter sich. Er ist einer der führenden Köpfe der Schweiz im Bereich digitale Transformation in der Kommunikationsbranche und verfügt über grosse Erfahrung im Bereich Branding und Unternehmenspositionierung.

Nachgefragt: 4 Antworten von Hansi Voigt

1. Was motiviert Sie, als Zentralvorstandsmitglied für Helvetas zu arbeiten?

Ich finde es wichtig, was Helvetas macht, und glaube, dass ein reiches Land wie die Schweiz gerade bezüglich Entwicklungszusammenarbeit viel tun kann und muss. Wir können uns nicht über Flüchtlingsströme beklagen und darauf nur mit höheren Mauern und Zäunen reagieren. Helvetas leistet an vielen Orten sehr konkrete Hilfe zur Selbsthilfe und geht auch unbequeme politische Fragen konstruktiv an. Das gefällt mir.

2. Welche Erfahrungen bringen Sie mit aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit?

Mein Ausweis als konkreter „Entwicklungshelfer“ ist, bis auf ein paar regelmässige Einzahlungen, bescheiden. Das soll nicht auf Desinteresse an der Entwicklungszusammenarbeit hinweisen. Im Gegenteil. Mein bester Freund arbeitet seit Jahrzehnten in der Humanitären Hilfe, und ich habe verschiedene Projekte von ihm besucht und war immer schwer beeindruckt. Ich hätte nur bis jetzt gar nicht gewusst, wie ich mich hätte nützlich machen können. Entsprechend interessiert und erfreut war ich an der Anfrage. Wenn ich jetzt meine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen kann, tue ich das gerne.

3. Sie sind Medien- und Digitalkommunikationsprofi: Wie gut kommuniziert Helvetas Ihrer Meinung nach?

Ich hatte vor zwei Jahren mal ein kurzes Rencontre mit der Helvetas-Kommunikationsabteilung. Ich hatte ein Helvetas-Plakat, das meiner Meinung nach ein verstaubtes Afrika-Bild transportierte, auf den Sozialen Medien kritisiert. Es folgte zu meiner Überraschung fast so etwas wie ein kleiner Shitstorm – was mir hinterher leidtat. Allerdings hat die Helvetas-Kommunikationsabteilung sehr offen und dialogisch reagiert und so aus der „Krise“ eine Chance gemacht. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich nütze das Beispiel heute noch an anderen Stellen. Es ist ein sehr gutes Zeichen für die Firmenkultur, wenn eine Organisation so offen und dezentral in den Dialog treten kann.

4. Wo sehen Sie Herausforderungen und Chancen für Helvetas?

Wir erleben gerade eine junge Generation, die in globalen Kontexten denkt, nicht bloss national oder egoistisch, und nachhaltige Verantwortung einfordert. In Zukunft geht es noch mehr um Fairness und Nachhaltigkeit, zum Beispiel darum, dass alle für ihre Leistungen anständig bezahlt werden. Sowohl technologisch als auch gesellschaftlich wird es möglich sein, eine neue Kostenwahrheit zu fordern und durchzusetzen. Hierin liegt eine grosse Chance.