© Helvetas / Simon B. Opladen
Nepal

Gemüse aus dem Flussbett

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Mit Unterstützung von Helvetas nutzten Landlose in Nepal die weiten Flussbette, die ausserhalb der Regenzeit trockenliegen. Im fruchtbaren und feuchten Boden legen sie temporäre Gemüsebeete an. Die Erträge aus dem Gemüseverkauf helfen ihnen, sich aus der Armut zu befreien.

  • Projektname
    Riverbed Farming – Gemüseanbau in Flussbetten
  • Projektphase
    2013 bis 2016
  • Finanzierung
    Dieses Projekt wird durch Spenden finanziert.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Nachhaltige Wirtschaft

Wenn trockene Flussbette zu Feldern werden

Im Jahr 2000 wurde die Leibeigenschaft und Schuldknechtschaft in Nepal verboten. Für die traditionell feudale Gesellschaft war das ein grosser, wichtiger Schritt, doch den befreiten Leibeigenen ging es nicht automatisch besser. Sie und die Landlosen aus anderen Volksgruppen leben immer noch in extremer Armut. Ihr Hauptproblem: Sie besitzen kein Land. Mit dem Projekt «Riverbed Farming» – dem Gemüseanbau in Flussbetten – hat Helvetas schon Tausenden landloser Familien geholfen, eine solide Existenz aufzubauen.

Der Weg aus der extremen Armut war für die landlosen Männer und Frauen ebenso überraschend wie unkompliziert: Mit Unterstützung von Helvetas nutzten sie die weiten Flussbette, die ausserhalb der Regenzeit trockenliegen. Der fruchtbare und feuchte Boden ist eine grosse Chance für all diejenigen, die kein eigenes Land besitzen.

Die Familien erhalten gegen einen kleinen Pachtzins eine Parzelle, um dort Gemüse zu pflanzen. Helvetas leistet Starthilfe in Form von Saatgut und Werkzeug und verschafft den Familien Zugang zu Mikrokrediten. Instruktoren zeigen ihnen, wie sie in den Flussbetten Gemüsebeete anlegen, wie sie Kompost herstellen und Setzlinge ziehen können. Im ersten Monat müssen diese Setzlinge mit Wasser aus dem Fluss gegossen werden – danach sind ihre Wurzeln lang genug, um den feuchten Untergrund zu erreichen.

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Damit Familien Zugang zu sauberem Wasser bekommen, Kinder in die Schule gehen und Jugendliche eine Berufsausbildung machen können. Oder Bauern höhere Erträge erwirtschaften.
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In der Trockenzeit nutzen Landlose die weiten Flussbette im nepalesischen Tiefland für den Anbau von Gemüse. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Der saisonale Gemüseanbau sichert die Existenz der ärmsten Familien. © Helvetas
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Das Anlegen der Beete ist arbeitsintensiv, und es muss Kompost in die sandige Erde eingebracht werden. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Das Restwasser des Flusses wird zu Giessen verwendet. © Helvetas
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Gemüse wie Kürbisse oder Melonen eignen sich besonders gut für den Anbau im trockenen Flussbett. © Helvetas
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Bäuerinnen und Bauern lernen vom lokalen Instruktor, worauf sie beim Anbau achten muss, damit die Ernte gut wird. © Helvetas
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Anfangs müssen die Pflanzen gegossen werden, doch später ziehen die Pflanzen das Wasser mit den Wurzeln aus den tieferen feuchten Erdschichten. © Helvetas
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Rupa Chaudhary kann ihr Gemüse in der Trockenzeit ernten, einer Saison, in der sich auf dem Markt gute Preise erzielen lassen. © Helvetas
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Einen Teil ihrer Ernte verkaufen die Familien auf lokalen und regionalen Märkten und verdienen so etwas Geld. Da sie ihr Gemüse während der Trockenzeit anbauen, ist die Nachfrage gross und die Preise gut. Bereits im dritten Jahr sind die Bäuerinnen und Bauern nicht mehr auf Hilfe angewiesen. Sie machen neuen landlosen Familien Platz. Mit dem Ertrag aus dem Gemüseverkauf können sie auf eigenen Beinen stehen. Sie können die Pacht eines Feldes auf dem Festland selber finanzieren und sogar ihre Kinder zur Schule schicken.

Auf 1000 Hektaren haben 9000 Landlose Familien so Gemüsebeete geschaffen und sich mit dem Ertrag aus der Armut befreit. Helvetas setzt sich bei den zuständigen Behörden dafür ein, dass sie das System übernehmen und die Flussbette weiterhin landlosen Familien in Pacht geben: Damit die Präsenz der Entwicklungsorganisation nicht weiter nötig ist.

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«Die meisten von uns haben kein eigenes Land. Doch seit wir in der Trockenzeit das Bett des Mohana nutzen, können auch wir Landlosen Gemüse verkaufen.»

Rupa Chaudhary, 24, Flussbettbäuerin, Nepal. Sie hat vom Helvetas-Projekt profitiert und will ihre zwei noch kleinen Kinder später in eine gute Schule schicken.

Nachhaltige Wirtschaft

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