Verrückte Welt der Nahrungsmittel

Die Erde bietet genügend Grundlagen, um die Menschheit zu ernähren. Manche Nahrungsmittelquellen, zum Beispiel Insekten, werden noch kritisch beäugt, andere, etwa Haselnüsse, für Industrieprodukte
verwendet.

Überraschende Fakten zur globalen Ernährung

Insekten gehören zu den ergiebigsten Nahrungsmitteln. Während nur 55 % eines Schweins und 40 % einer Kuh essbar sind, können 80 % einer Heuschrecke verspiesen werden.

Die Verarbeitung macht den Unterschied: Während frische Kartoffeln pro 100 g nur 0,36 kg CO2 verursachen, schlägt dieselbe Menge Tiefkühlpommes wegen Verarbeitung und Kühlung mit 5,7 kg CO2 zu Buche – 15-mal so viel!

Eine Anbaufläche grösser als ganz China und 25 % des gesamten
Süsswasserverbrauchs werden für Lebensmittel eingesetzt, die nie gegessen werden. Allein die reichen Länder produzieren jedes Jahr fast so viel Food Waste wie die gesamte Nahrungsmittelproduktion von Subsahara-Afrika.

Mindestens ein Viertel der global verkauften Haselnussernte landet im Nutella-Brotaufstrich! Die grösste Produzentin ist die Türkei. Weil die Nachfrage aber stark wächst und der Klimawandel die Ernten beeinflusst, entwickeln Forscher derzeit eine Sorte, die auch in nördlichen, kühleren Gegenden gedeiht.

Es kostet nur 25 Rappen pro Tag, ein Kind gesund zu ernähren, 50 Franken für ein Schuljahr. Arme Eltern müssen sich aber oft entscheiden: Sollen sie Essen kaufen oder ihr Kind zur Schule schicken? Kostenlose Schulmahlzeiten machen dann den Unterschied.

Direkte Nahrungsmittelhilfe schadet – ausser in akuten Krisen! – oft mehr als sie hilft. Lebensmittel aus den USA und Europa, die als «Spende» in Länder des globalen Südens gelangen, werden dort oft unter Marktpreis weiterverkauft. Lokale Kleinbauernfamilien – meist das Gros der Arbeitskräfte – können dann ihre Ware nicht mehr rentabel verkaufen und ihre Existenz ist bedroht.

Kuhmilch hat von allen Milch(ersatz)- Produkten die schlechteste CO2-Bilanz. Dagegen verbraucht Mandelmilch 683 Liter Wasser pro 100 g (blaues Bewässerungswasser, also nicht grünes, unproblematisches Regenwasser), und Kuhmilch 108 Liter. Noch viel wassersparender ist jedoch Hafermilch mit 19 Litern.

75 % der globalen Lebensmittel werden aus nur 12 Pflanzen und 5 Tierarten hergestellt. Die meistangebaute Pflanze? Es ist – Zucker. Er schlägt mit mehr als doppelt so vielen Tonnen Ernte zu Buche wie Mais, Reis oder Weizen.

Kakao wächst nur nahe am Äquator, braucht viel Luftfeuchtigkeit und nährstoffreiche Böden. Weil in diesen Regionen das Klima immer stärker schwankt, wird laut einer Studie des International Center for Tropical Agriculture (CIAT) die Produktion ab 2030 massiv schwinden.

Für 3 Milliarden Menschen ist Fisch die wichtigste Proteinquelle. Aber bereits
sind 30 % der Fischbestände überfischt, weitere 60 % am Limit. Wenn es so weiter geht, werden die Ozeane bis 2048 praktisch leergefischt sein.

Hätten Frauen mehr Einfluss auf Haushaltentscheidungen, würden weltweit 150 Millionen Menschen weniger an Hunger leiden, sagt die Welternährungsorganisation FAO. Denn Frauen geben das Einkommen häufiger zum Wohl der Kinder aus: für Bildung, Gesundheit und Nahrung. Hätten Frauen in der Landwirtschaft zudem gleichen Zugang zu Know-how und Ressourcen, würden Ernten um 20–30 Prozent
steigen.