Baumwolle dient weltweit als Rohstoff für Kleider, Bettwäsche, Tücher und vieles mehr. Das „weisse Gold“ erhielt in den letzten Jahrzehnten zwar Konkurrenz von synthetischen Fasern, erfreut sich aber sowohl bei der Textilindustrie wie auch beim KonsumentInnen noch immer grosser Beliebtheit. Doch die Baumwolle hat zwei Gesichter: Einerseits ist sie der wichtigste Devisenbringer vieler Entwicklungsländer und stellt für tausende von Kleinbauern die einzige Einnahmequelle dar, andererseits ist der Anbau von Baumwollpflanzen aus ökologischer Sicht nicht unproblematisch: Der enorme Einsatz an Schädlingsbekämpfungsmitteln – so genannten Pestiziden - belastet die Gesundheit der Menschen, die Fruchtbarkeit der Böden und das (Trink-)Wasser. Die intensive Bewässerung führt zu Bodenversalzung und Wasserknappheit. Stummer Zeuge für Letzteres ist der ausgetrocknete Aralsee in Zentralasien.
Die massive Subventionierung der Baumwollbauern in einigen Industrieländern hat zudem zur Senkung der Baumwollpreise auf dem Weltmarkt geführt. Kleinproduzenten in Entwicklungsländern, die meist ohne staatliche Unterstützung auskommen müssen, kämpfen deswegen mit schrupfenden Einnahmen.
Die vielschichtigen Probleme des Baumwollanbaus können nur dann gelöst werden, wenn von den ProduzentInnenen bis hin zum Endverkäufer alle Hand in Hand arbeiten, um ein ökologisch und sozial nachhaltiges Anbausystem zu fördern. Biobaumwolle ist in diesem Zusammenhang kein Zauberwort, sondern eine innovative Idee, die zeigen soll, dass Qualitätsbaumwolle zum Nutzen von Kleinbauern auch ohne chemische Mittel und Ausbeutung natürlicher Ressourcen produziert werden kann.
Helvetas engagiert sich, um Bauern, Händler, Textilproduzenten und den Detailhandel zusammenzubringen und innovative gemeinsame Projekte zum Biobaumwollanbau zu realisieren.
|