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Botschafter für Gerechtigkeit

Sigismond Marcuard, früherer Präsident von Helvetas, ist tot. Eine Würdigung.


Er war nach dem Befreiungskrieg der erste Schweizer Botschafter im neu unabhängigen Staat Algerien. Als Delegierter des Bundesrates leitete er sechs Jahre den Dienst für technische Zusammenarbeit (DftZ), die nachmalige DEZA. Er war bis 1982 ständiger Botschafter der Schweiz im Beobachterstatus bei der UNO.

Sigismond Macuard, Diplomat, Botschafter und Delegierter des Bundesrates suchte die Schnittpunkte, wo Süd und Nord sich treffen und sich aneinander reiben. Er kannte die Kluft zwischen der Armut des Südens und dem Reichtum des Nordens, und er versuchte, diese Kluft auszugleichen. Er sah Ausbeutung, und er sah auch die Chancen zur gegenseitigen Bereicherung. So war es nur logisch, dass Sigismond Marcuard sich nach Abschluss seiner beruflichen Karriere der Helvetas zuwandte. Zwischen 1982 und 1991 war er Präsident des Zentralvorstandes. Es war die Zeit, in der die Entwicklungszusammenarbeit für die Aussenpolitik des Bundes immer wichtiger wurde. Die Zeit auch, wo Hilfswerke sich zunehmend als politische Akteure verstanden.

«Für Helvetas war es ein Glücksfall, dass sich Botschafter Sigismond Marcuard als Präsident zur Verfügung stellte», sagt E. Werner Külling, Helvetas Geschäftsleiter von 1973 – 2005. Er erinnert sich an Marcuards enormes Fachwissen, seine Arbeitskraft, seinen Einsatz für Gerechtigkeit, seine Konsequenz, aber auch an den aussergewöhnlichen welschen Charme, mit dem er seine manchmal fordernde Härte herabmilderte. «In Zeiten eines herausfordernden Wachstums hat Sigismond Marcuard für Helvetas die richtigen Impulse gegeben und einen wesentlichen Teil zu dem geleistet, was die Organisation heute ist», sagt Külling.
  
Am 20. Mai 2010 ist Sigismond Marcuard im Alter von 94 Jahren gestorben. 
 
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