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Afrikanische Bürgermeister auf Besuch im Luzerner Seetal

Vertreter aus Entwicklungsländern haben heute auf Einladung von Helvetas die Seetaler Gemeinden Ballwil und Hohenrain besucht, um zu erfahren, wie lokale Demokratie in der Schweiz funktioniert.

 

 

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Vom schneebedeckten Pilatus am Horizont fasziniert, stieg eine 20köpfige internationale Delegation am Morgen früh vor dem Gemeindehaus in Ballwil aus dem Reisebus. Lokale Mitarbeiter der Entwicklungsorganisation Helvetas sowie Gemeindevertreter aus gut einem Dutzend Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerika weilen für einen sechstägigen Workshop zu Demokratieförderung in der Schweiz. Im Luzerner Seetal haben sie praktischen Anschauungsunterricht in Sachen lokale Demokratie erhalten. „Es war ein grossartiges Erlebnis, den Gemeindepräsidenten kennen zu lernen und Einblicke in das politische System und besonders die Schulbehörden zu erhalten. Eine, zumal vom Volk gewählte Schulpflege gibt es bei uns nicht. Dabei ist Schulbildung für die Entwicklung unseres Landes eminent wichtig und müsste auch in der Politik ein grösseres Gewicht erhalten“, meinte Lafia Oumarou, Bürgermeister von Nikki, einer Stadt mit 100'000 Einwohnern im westafrikanischen Benin. „Bei uns haben die Regierungen viel Macht und müssen kaum Rechenschaft ablegen “, hielt er selbstkritsch fest. „Hier in der Schweiz können die Bürger an Gemeindeversammlungen bei Projekten und Finanzen mitbestimmen und so Kontrolle ausüben“.

 

Helvetas engagiert sich in Entwicklungsländern nicht nur in Wasser- und Bildungsprojekten. Sie unterstützt Gemeinden auch dabei, demokratische Strukturen zu installieren, damit nicht nur die Eliten, sondern alle Bewohner von den erstellten Infrastrukturen und staatlichen Dienstleistungen profitieren. In die Projektarbeit fliessen auch Erfahrungen aus der föderalistischen Schweiz ein. Die Gäste hatten nun Gelegenheit, Gemeindearbeit in unserem Land aus erster Hand kennen zu lernen. „Undenkbar, dass man in Sri Lanka mit Politikern an einem Tisch sitzen und ihnen als normale Menschen begegnen kann. Aber ohne Bürgernähe und Rechenschaftspflicht der Staatsvertreter gibt es keine politische und wirtschaftliche Entwicklung, die allen dient“, gibt Rani Samuel, lokale Helvetas Mitarbeiterin zu bedenken.

 

Zweite Station der Gruppe war Hohenrain, wo sie im landwirtschaftlichen Berufsbildungszentrum empfangen wurde. Dort stellten Vertreter der Wirtschafts- und Regionalentwicklungsorganisation „Idee Seetal“ ihre Projekte vor. Dass Gemeinden eng mit der Wirtschaft und Privaten zusammenarbeitet, um die Region zu fördern, war für viele Teilnehmer neu und inspirierend. Höhepunkt am Nachmittag war schliesslich der Austausch mit Luzerner Kantonsparlamentariern. Parlamentspräsident Adrian Borgula begrüsste die Gäste aus dem Ausland. Als er in der Diskussion auf das kantonale Budget zu sprechen kam und dieses mit drei Milliarden Franken bezifferte, ging ein Raunen durch die Gruppe. „Das ist mehr als das Staatsbudget in meinem Land“, Kanfieni Coulidiati, Vorsteher einer Gemeinde in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, das13 Millionen Einwohner zählt.

 

Für Rückfragen:

 

Matthias Herfeldt, Medienverantwortlicher Helvetas, 076 338 59 38

 

 

 
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