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Medienmitteilung vom 13. Oktober 2009

Tatort Bern: Helvetas Aktion „Baumwollleichen“

Heute Mittag lagen auf dem Waisenhausplatz in Bern Dutzende von Leichen.  Nicht aus Fleisch und Blut, sondern stilisierte Körper aus weissem Baumwollstoff.  Die Entwicklungsorganisation Helvetas machte mit ihrer Aktion darauf aufmerksam, dass jährlich Tausende von Menschen wegen Pestizideinsätzen auf Baumwollfeldern sterben. Sie fordert von Mode-Anbietern und Konsumenten, auf Bio-Baumwolle zu setzen.

 

In der Berner Innenstadt konfrontierte Helvetas Passantinnen und Passanten mit der nackten Wahrheit über den Rohstoff, der uns anzieht. Auf dem Waisenhausplatz hatten Mitarbeitende der Entwicklungsorganisation rund 30 stilisierte Leichen aus weissem Baumwollstoff ausgelegt. „Jährlich sterben 20'000 Menschen an den Folgen von Pestizideinsätzen auf Baumwollfeldern“, prangte in blutiger Schrift auf den symbolisch dargestellten Opfern. Helvetas informierte damit über die verheerenden Folgen des konventionellen Baumwollanbaus und warb überdies für biologisch produzierte und fair gehandelte Mode.

 

Schädlich für Mensch und Umwelt

 

Obwohl Baumwolle nur auf 2,5 Prozent der weltweiten Ackerflächen wächst, werden hier 16 Prozent der Insektizide und Unmengen anderer giftiger Spritzmittel versprüht. Menschen, die auf Baumwollfeldern arbeiten, nehmen diese Giftstoffe ungewollt auf. Zehntausende erkranken und Tausende sterben daran Jahr für Jahr. Die Baumwollbauern in Entwicklungsländern müssen sich zudem oft verschulden, um diese Pestizide sowie Kunstdünger zu kaufen. Beides wird im konventionellen Baumwollanbau in rauen Mengen ausgebracht, verseucht das Grundwasser und mindert mit der Zeit auch die Ertragskraft der Böden. Beim Einsatz der Pestizide werden auch Nützlinge getötet, während Schädlinge mit der Zeit resistent gegen die Giftstoffe werden. Ursache für all diese Missstände ist häufig das fehlende Wissen über eine angepasste Anwendung von Chemikalien, sowie über nachhaltige Methoden zur Schädlingsbekämpfung und Düngung der Baumwollpflanzen.

Um die Lebenssituation der Menschen, die auf den Baumwollfeldern arbeiten, zu verbessern, engagiert sich die Entwicklungsorganisation Helvetas mit Projekten in Westafrika und Zentralasien für den biologischen Anbau und fairen Handel von Baumwolle. Sie berät und unterstützt Bauern, die schliesslich von gerechten Preisen für ihre Ernte und von einer gesünderen Umwelt profitieren.
 

Bio-Mode als Ausweg

 

Anlässlich der Aktion hat Helvetas Passantinnen und Passanten angehalten, selbst aktiv zu werden und sich beim Shoppen für Bio-Mode zu entscheiden. Damit nicht lange suchen muss, wer bewusst konsumieren will, hat Helvetas den Bio-Fashion Shop Finder entwickelt. Mit dem Online-Kartentool auf www.bio-fair.ch findet man im Handumdrehen Läden, die Kleider aus biologischer und fair gehandelter Baumwolle im Sortiment haben.

 

Bilder der Aktion >>>

Für Rückfragen:

 

Lisa Krebs, Verantwortliche Aktionen und Freiwilligenarbeit Helvetas,

079 568 97 91

Matthias Herfeldt, Mediensprecher Helvetas,

044 368 65 48, 076 338 59 38

 

 

 

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